3 Tage und 350 km,um Eiger Mönch und Jungfrau
Im Sommer 2020 zog es mich erneut in die Schweiz, diesmal nach Grindelwald. Es wurden drei kurze, aber unglaublich intensive Tage auf dem Sattel – begleitet von steilen Anstiegen, schroffem Fels und den gewaltigen Gipfeln von Eiger, Mönch und Jungfrau, die in der Morgensonne erstrahlten. Gleich nach der Ankunft gönnte ich mir einen Besuch auf dem Jungfraujoch, um auf über 3400 Metern Kraft für die kommenden Etappen zu tanken. Diese Tour war ein echtes Abenteuer voller Kontraste: vom Gulasch im Marmeladenglas bis zum harten Kampf gegen die Asphaltwand an der Großen Scheidegg. Eine Reise, die perfekt zu meiner Philosophie von „Feuer, Kraft & Farben“ passt.

Grindelwald
Da mein Zimmer in aller Herrgottsfrüh noch nicht bezugsfertig war, fuhr ich mit der Bahn hoch zum Jungfraujoch. Es ist gewaltig, was da geleistet wurde! Der Bahnhof Jungfraujoch liegt auf über 3400 Metern über dem Meeresspiegel und ist der höchstgelegene Bahnhof Europas. Mehr über sieben Kilometer geht es nur durch den Berg. Am Eismeer stoppt die Bahn für einige Minuten. Man kann durch die Panoramafenster auf den zerfurchten Gletscher schauen. Nach einer guten halben Stunde Fahrt steigen wir oben aus. Das beste Bergwetter bot sich mir an – nur über den Preis lässt sich wahrlich diskutieren.

Die 1. Etappe
Am nächsten Morgen lagen 145 km vor mir. Ich hatte mir vorgenommen, Sion zu erreichen. Die drei Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau erstrahlten in der Morgensonne, als ich Richtung Interlaken fuhr. In Spiez, das liegt am Thunersee, ging es mit der Seilbahn hoch zum Sanetsch-Pass. Im Restaurant Auberge du Sanetsch bestellte ich ein Gulasch, welches mir im Marmeladenglas serviert wurde. Meine Route führte mich am Sanetschsee entlang und danach ging es flott bergab. In Sion angekommen, suchte ich das Hotel, welches ich von unterwegs schnell gebucht hatte. Natürlich hatte ich das bei der rasanten Abfahrt übersehen und musste mich von Sion mit dem letzten „Tropfen“ Strom wieder nach oben quälen.

Die 2. Etappe
Am Vortag hatte ich neben den 145 km auch über 3200 Höhenmeter geschafft und wollte es an diesem Tag etwas ruhiger angehen. Auf dem Weg zum Grimselpass fuhr ich auf einer viel befahrenen Straße, auf der sich nur Lkws befanden. In Visp fuhr ich zum Bahnhof und benutzte die Schweizer Bahn, die übrigens hervorragend ist, um nach Oberwald zu kommen. Das liegt am Fuße des Grimselpasses.

Große Scheidegg
Die letzten 120 km lagen vor mir. Es ging in endlosen Serpentinen die Furkastrasse hoch. In Gletsch bog ich links ab und es ging immer höher. Trotzdem war es angenehm zu fahren. Unterwegs traf ich auf einen Italiener, er war mit dem Mountainbike unterwegs, ganz ohne „Rückenwind“. Oben angekommen machten wir ein paar Fotos, dann trennten sich unsere Wege. Mein Ziel war Grindelwald, aber vorher musste ich rauf auf die Große Scheidegg. Ich gönnte mir beim letzten Restaurant vor dem Anstieg noch einen Salat. Als ich wieder ein paar Minuten im Sattel war, tat sich vor mir eine Asphaltwand auf. Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Da musste ich aus dem Sattel raus und mit dem kleinsten Gang kletterte ich mühsam hoch. Oben angekommen schaute ich runter nach Grindelwald. Es waren entspannte 40 Minuten, bis ich nach drei Tagen und 350 km wieder vor meinem Auto stand.