Radtour Italien – Reisebericht

21 Tage Abenteuer: Auf dem Sattel nach Florenz

Eine 21-tägige Radtour nach Italien – ohne künstlichen Rückenwind, dafür mit Zelt, Schlafsack und reichlich Tatendrang im Gepäck. Das große Ziel war Florenz, wo ich unter anderem meine Nichte auf einen ganz besonderen Kaffeemoment besuchte. Doch wer mich kennt, weiß: Der direkte Weg war mir zu langweilig. Jede Etappe wurde zu einem ganz persönlichen Kapitel voller unvergesslicher Orte, spontaner Begegnungen und herrlicher Freestyle-Momente. Weiter unten nehme ich dich mit auf eine Reise, die mich weit über meine alten Grenzen hinausgeführt hat – getragen von purer Willenskraft und meiner Philosophie von „Feuer, Kraft & Farben“.

Irgendwo an der Gail

Vor einem Jahr nahm ich die Route durch den Harz. Diesmal ging es an der Aller entlang. Niedersachsen durchquerte ich mühelos. In Thüringen sah es anders aus. Der Rennsteig und die Panzertrasse an der ehemaligen Grenze haben mir einiges abverlangt. Was mich aber besonders nachhaltig berührte, war die Unterhaltung mit einem alten Mann, der mir erzählte, wie sein Dorf nach dem Kriegsende plötzlich mit einer Mauer mittig durchtrennt und geteilt wurde. Seine Schwester und seine Mutter wurden von ihm über Nacht für viele Jahre getrennt.
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Hohe Feste Salzburg

In Straubing verließ ich den Donauradweg und beschloss, dass ich mich in der Nähe vom Inn nach einem Campingplatz umschauen werde. Es war kurz vor Marktl, als es anfing zu regnen. Die Straße war abschüssig und hatte ein paar Kurven – also eigentlich nichts Besonderes. Die erste hatte ich noch locker durchfahren, aber bei der zweiten rutschte ich weg und nur eine Leitplanke verhinderte Schlimmeres. Ich hing zwischen der Leitplanke fest, das Rad lag mitten auf der Straße. Drei Autofahrer kümmerten sich nicht darum. Mit Müh und Not erreichte ich den Campingplatz.
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Über die Grenze nach Venedig

Ich lag zwei Tage im Zelt und konnte mich wegen der Schmerzen kaum rühren. Da wollte ich die Reise eigentlich schon abbrechen. Doch der dritte Tag war wunderbar: Trotz Schmerzen an den Rippen setzte ich meine Tour fort. Solange ich im Sattel war, spürte ich kaum etwas. In Arnoldstein überquerte ich die Grenze und fuhr am schönsten Radweg am Tagliamento nach Spilimbergo und weiter nach Caorle. Der Campingplatz war direkt am Strand. Es ging weiter nach Venedig, Lido und Chioggia. Wie an einer Schnur gezogen radelte ich meinem Ziel Rufina entgegen.
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Dem Ziel so nahe

Auf dem riesigen Campingplatz in der Nähe von Ravenna tobte die ganze Nacht ein schweres Gewitter. Mitten in der Nacht dachte ich, dass neben meinem Zelt der Blitz eingeschlagen hat. Tatsächlich war am nächsten Morgen erst der Vorderreifen platt – kurze Zeit später auch noch der hintere! In Premilcuore, auf der Strecke zwischen Forlì und Rufina, also mitten in den Apenninen, fand ich bei Luigi Unterschlupf. Am nächsten Tag wurde ich in Rufina herzlich empfangen. 14 Tage später fuhr ich mit der Bahn zurück nach Bremen.
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